Brust-Implantate: Auch Soja ist gefährlich

Brust-Implantate: Auch Soja ist gefährlich

Breast-implants: Soya is dangerous too

Date: Fri, 18 Feb 2000 14:57:06 +0100

From: meyer meyerbuchrain@bluewin.ch

To: "Micheline B. Lambert" delphine1939@videotron.ca

Brust-Implantate: Auch Soja ist gefährlich (Breast-implants: Soya is dangerous too) This warnings was the first wide spread information about the risks of the trilucent implant, which had been taken off the market in spring 1999 in many European countries. It did alert many women and surgeons too!

http://www.puls-tip.ch/

Brust-Implantate: Auch Soja ist gefährlich

Puls-Tip 8/99, S. 10

********************************************************

Redaktion Puls-Tip

Wolfbachstrasse 15

Postfach 277

CH-8024 Zürich

Tel 01 266 17 30

Fax 01 266 17 10

www.puls-tip.ch

********************************************************

Puls-Tip 8/99, S. 10

Brust-Implantate: Auch Soja ist gefährlich

 Professor warnt: "Frauen mit Soja-Implantaten sollten zum Arzt"

Soja in der Brust ist keine sichere Alternative zu Silikon. Im Gegenteil: Soja-Implantate können schwere Gesundheitsschäden verursachen. Doch statt die betroffenen Frauen zu informieren, schweigen Schweizer Chirurgen und Behörden.

 Ärzte und Medien priesen Soja-Implantate seit vier Jahren als sichere Alternative zu Silikon. 11000 Frauen in Europa liessen sich das angeblich ungefährliche Naturprodukt einsetzen – auch 700 Frauen in der Schweiz. Bis in Dänemark auslaufende Soja-Implantate bei 74 Frauen zum Teil schwere Komplikationen in den Brüsten verursachten. Als dies bekannt wurde, verboten Dänemark und Grossbritannien die Implantate. Mediziner warnen, dass sie auch das Hirn und das Nervensystem schädigen könnten.

In der Folge liess die Herstellerfirma LipoMatrix in Neuenburg bei Ärzten und Spitälern die Implantate zurückziehen. Kurz darauf stellte sie den Betrieb ein. "Diese Firma kam mir von Anfang an dubios vor. Ich setzte deshalb kein einziges dieser Implantate ein", sagt Professor Nicolas Lüscher von der Rennbahnklinik in Muttenz BL. Er war bis vor einem Jahr Leiter der plastischen Chirurgie am Universitätsspital Basel. "Lipo-Matrix hat in den Medien energisch die Werbetrommel gerührt. Man spielte mit der Angst der Frauen vor Silikon. Das hat mich stutzig gemacht." Für Professor Lüscher ist klar, dass Chirurgen, die solche Implantate eingesetzt haben, ihre Patientinnen sofort informieren und untersuchen müssen. Und auch die Herstellerfirma LipoMatrix fordert, dass Ärzte die betroffenen Frauen informieren. Im Rückruf der Firma, der dem Puls-Tip vorliegt, heisst es: "Frauen mit einem Sojaimplantat sollten sich bei ihrem Chirurgen zu einer Untersuchung anmelden." Und: "Alle betroffenen Frauen müssen ausfindig gemacht werden."

Die Schweizerische Gesellschaft für Plastische Chirurgie hat ihren Mitgliedern jedoch nicht empfohlen, Patientinnen zu informieren. Man lässt die Frauen ahnungslos. Zum Beispiel die 33-jährige Sandra B. aus Bern: "Dass es auch mit Soja Komplikationen geben kann, ist mir neu." Seit der Operation vor drei Jahren habe sie nichts mehr von ihrem Chirurgen gehört. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bleibt passiv: "Es gibt keine bleibenden Schäden", behauptet Isabel Scuntaro von der Fachstelle für Medizinprodukte des BAG. "Wir haben deshalb nicht dazu aufgerufen, die betroffenen Frauen sofort zu informieren." Es genüge, wenn sie sich bei der jährlichen Routinekontrolle untersuchen liessen. Für Ursula Gröbly von der Schweizerischen Patienten-Organisation SPO ist dies unhaltbar: "Die Leute beim BAG verharmlosen das Risiko. Sie müssen dafür sorgen, dass man die betroffenen Frauen sofort informiert und untersucht."

Unter plastischen Chirurgen war schon länger bekannt, dass manche Frauen die Soja-Implantate nicht vertragen. "Es kursierte bereits vor zwei Jahren das Gerücht, dass die Implantate stinken und Entzündungen verursachen können", sagt Professor Nicolas Lüscher. Er verlangte beim Hersteller Studien, die die Verträglichkeit des Implantats belegen. Er hat sie nie erhalten. "Man übte sich in Geheimniskrämerei. Studienresultate waren nirgends publiziert." LipoMatrix ging davon aus, dass der Körper auslaufendes Soja problemlos abbaue. Dies stellt sich nun als Trugschluss heraus: Soja kann in der Brust eine Flüssigkeit bilden, die Entzündungen und Schwellungen verursacht.

"Damit rechnete niemand. Man hat zu stark darauf vertraut, dass die Implantate biologisch sind", sagt Professor Peter Eckert aus Würzburg. Der Vizepräsident der Vereinigung Deutscher plastischer Chirurgen war in Deutschland massgeblich an den Studien für LipoMa-t-rix beteiligt. "Wie giftig die Flüssigkeit ist, weiss niemand. Die Untersuchungen laufen noch." Das BAG erklärt, dass im Fall LipoMat-rix die Krankenkassen die Entfernung des Implantats bezahlen müssen. Aber nur, wenn eine Frau Komplikationen hat. Ein Ersatz-Implantat zahlen die Kassen nur Brustkrebs-Patientinnen. Thomas Grether

 

Go BackGo Forward